Die Orgel
wurde im Jahr 1882 vom Hof-Orgelbaumeister Wilhelm Sauer aus
Frankfurt an der Oder als Opus 342 errichtet. Das Instrument ist
ein Werk aus dem ersten Drittel der Schaffenszeit Sauers. Der
Frankfurter
baute insgesamt über 1100 Instrumente und die Orgel in der Sankt
Petri Kirche ist eine der ganz wenigen erhaltenen Exemplare aus
dieser Zeit auf deutschem Boden.
Leider hat
das Innenleben der Orgel seit 1917 viele Umbauten und damit
klangliche Veränderungen über sich ergehen lassen müssen.
Entweder man verwendete die Pfeifen zu Kriegszwecken oder
sie wurden als Materialreserve missbraucht (1917), sowie
später ab 1923 nur unzureichend ersetzt.
Auch wurden
zirka 1970 einem fehlgeleiteten Musikverständnis folgend
bestimmte Pfeifensätze bewusst gegen solche ausgetauscht, die
einen mehr barocken Klang bringen sollten. In dieser Zeit wurde
auch ein stärkerer Gebläsemotor eingebaut, was zwar mehr Druck
brachte, aber keineswegs der klanglichen Qualität zuträglich
war. So besteht heute das Problem, dass man eine ganze Anzahl
der Register nicht mehr benutzen oder gar miteinander
kombinieren sollte, weil es einfach keine angenehmen Töne
hervorbringt. Mit Kenntnis dieser Umstände lässt sich dennoch
eine schöne, klangvolle Musik auf diesem seltenen und
wertvollen Instrument machen.
Eine
Sanierung ist bereits vorgesehen um die Vision zu
verwirklichen, dass die Orgel mit der Bezeichnung Opus 342 den originalen "Sauer-Sound"
wieder erlangt und damit so ziemlich einzigartig in Sachsen-Anhalt
sein
wird.
