Stimme der DDR mit 1000 KW Sendeleistung
Am 23. November 1978 trat ein neuer
Wellenplan in Kraft, der zunächst für die nächsten elf Jahre die
Frequenz-zuweisungen für 10.000 Lang- und Mittelwellen in Europa,
Afrika, Asien und Ozeanien regelte. Die Stimme der DDR sendete nun
offiziell auf 177 KHz (vorher 182 kHz) Oranienburg, 783 kHz Burg und
1359 kHz Berlin. Schon im Juli 1979 wurde die Burger Sendeleistung
von 250 auf 1000 kW erhöht. Die Stimme der DDR hatte nun einen neuen
1000-kW-Mittelwellensender (Kominterna Leningrad UdSSR).Die Antenne
galt als effektivste deutsche Mittelwellenantenne. Die
Strahlungsleistung war so groß, dass oft der Luxemburg-Effekt
auftrat und sich Burger Signale beim Nachtbetrieb mit anderen
Mittelwellen an der Reflexionsschicht mischten. Ein 250 kW-Sender
brachte auf 657 kHz zunächst den Berliner Rundfunk, bzw. ab 1987 das
Jugendradio DT64, während der zweite Sender auf 1575 kHz Radio
Berlin International und nachts 0.00-4.00 Uhr die Stimme der DDR
ausstrahlte. Nach der Wende in der DDR sendete die Mittelwelle ab
Frühjahr 1990 Radio Aktuell auf 783 KHz, doch am 26. Mai 1991, 24.00
Uhr MESZ, wurde auch der Megawattsender außer Betrieb
genommen.
MDR
Info
Am 1. Januar 1992 übernahm der MDR die
Rundfunkversorgung von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der MDR
richtete neben einem dritten Fernsehprogramm drei Hörfunkprogramme für
den gesamten Versorgungsbereich und jeweils eines pro Bundesland ein.
Besonders innovativ verfuhr man mit den Mittelwellen, über die rund um
die Uhr eine Nachrichtenwelle ausgestrahlt wurde. Der Erfinder von
MDR-Info und MDR-Intendant Udo Reiter war früher beim Bayerischen
Rundfunk und hatte dort B5-aktuell als Vorbild. Zunächst kam MDR-info
tagsüber mit 250 kW auf 783 KHz, nachts und später auch tagsüber nur
noch mit 20 kW als MDR-RSA. 1992 stellte der Sender Radio Wolga die
Ausstrahlung der Auslandsprogramme von Radio Moskau ein und schrieb
seine Sendezeit zur Miete aus. Man konnte sowohl Sendezeit für
Werbespots in den deutschen und russischen Sendungen mieten, als auch
längere Sendeblöcke. Mitte 1992 mietete der private Nachrichtensender
RadioRopa-Info zunächst sechs, dann bis elf Stunden täglich und sendete
damit erstmalig nicht nur über Satellit und Kabel, sondern auch
terrestrisch. Die ostdeutschen Bundesländer wurden durch die Langwelle
261 kHz abgedeckt und die technische Reichweite damit erhöht .
Nach 49 Jahren, am 31.06.1994 kam das Sende-Aus für Radio Wolga.
RadioRopa-Info wurde durch die Telekom zunächst als Testbetrieb
übernommen. Als aber kein Vertrag zustande kam, schaltete man auch
diesen Sender ab. Zuletzt einigte man sich doch noch über eine
Sendermiete, aber zugleich wurde die Sendeleistung bis auf 50 kW
abgesenkt.
Quelle: Dank an Hans Henning aus Reesen,
der eine große Hilfe bei der Recherche war und bis zum Ende
seines Berufslebens 1999 an und in diesen
Sendeanlagen arbeitete. Er bereitet eine private Ausstellung über
die Sendeanlagen vor, aus der auch das obere Teilfoto des Modells
der Funkübertragungsstelle Burg stammt.